Ich wollt mir zu Jahresbeginn ein wenig Zeit nehmen, um Probleme in der heimischen Subkultr zu themstisieren. Dabei werde ich aber is zuletzt von den Ängsten anderer mehr gerührt als von meinen eigenen. Ich seh mich aber wirklich in vielerlei Hinschzt nicht durch, was meine Probleme angeht – und der Underground wird mir zu dunkel. In letzter Zeit gehen mir Leute aus dem Weg, sind untergetaucht oder abgeschoben worden. Die Einsamkeit gibt keine Antworten und ich tappe weiter im Dunkeln, verzweifelt auf der Suche nach ....
...nach Leuten, die sich von ihren Ängsten lösen wollen und keine Angst haben zu reden.In letzter Zeit kenn ich allerdings nur schweigen.
Der folgende Text versucht über Probleme im sozialen Untergrund aufzuklären und versagt dabei durch seine aussagelose Oberflächlichkeit. Ein "blurry" Image, eine verzerrte Stimme und Worte die keiner versteht außer ich selbst. Deswegen wollt ich's behalten, bis ich wirklich irgendwann mal darüber schreiben kann, oder auch nicht. Vielleicht ist es so besser...
Datenschutz | |
...oder die Frage, warum gerade jemand Ihre belanglosen Daten haben will | |
Aktuell werden Leute meiner Art sowohl vor dem Gesetz als auch im heimischen Gesundheitswesen mit Methoden der Willkür an der Nase herum geführt, diskrimiert und nach gesetzestreuem Vorgehen kriminalisiert und inhaftiert. Als Einheimischer habe ich dann allerdings nicht viel mehr zu befürchten als ein Dach über dem Kopf und drei warme Mahlzeiten, wenngleich dann für mindestens zwei Jahre meines kurzen Lebens. Das Leben vieler Zeitgenossen, mein eigenes mit eingeschlossen, findet im sozialen Untergrund statt. Der Mainstream und seine Gesetze dienen nicht mehr als Orientierung zum gesellschaftlichen Leben innerhalb einer Subkultur. Wir distanzieren uns weitgehend von der Masse und schaffen es immer weniger Leuten zu vertrauen. Wir lernen, dass wir mit bewussten Schweigen mehr erreichen als wenn wir unser Handeln im Diskurs thematisieren. Wir reden immer seltener über uns selbst und denken schon lange nicht mehr daran Geschichten von unseren nähesten Freunden auszutauschen. Die Datenschutzgesetze – in welchem Land dieser Welt auch immer – sind für unsere Sicherheitsbedürfnisse nicht ausreichend, weil sie herzlich einfach zu umgehen sind und niemand mehr erwartet, dass uns diese Gesetze ausreichen, um Sicherheit und Freiraum im Privaten zu erlangen. Wir müssten jedem zweiten Anwalt misstrauen, der sich lediglich an die gesetzlichen Auflagen hält, weil man theoretisch bereits heute als Behörde etc. leichtes Spiel bei politischen Verfolgungen haben könnte. Wir bestehen zwar auf die Einhaltung der Datenschutzgesetze, zweifeln aber gleichzeitig an, dass jene ausreichen, um der andauernden Diskriminierung ausreichend entgegenzuwirken. Tatsächlich vereinigt uns sehr oft nur die altbewährte "Mit gefangen, mit gehangen"-Ideologie, die uns Verbundenheit und Mitverantwortung beibringen will. Die ist aber sinnlos, weil man uns auch regelmäßig voneinander trennt, uns immer wieder die Perspektiven nimmt. Im Misstrauen und im Misserfolg distanzieren wir uns auch regelmäßig voneinander, verlieren Freunde und Weggefährten... …und wir schweigen darüber, weil wir wissen, dass unseren Worten nicht nur keine Achtung geschenkt wird, sondern daraus im Zweifelsfall immer ein Strick gedreht wird. Man kann damit rechnen, dass alles noch schlimmer wird. Die Gesetze dienen nicht mehr zur Orientierung, weil sie veraltet sind und sich jeglichem klaren Weltverständnis entziehen. Es ist zu erwarten, dass es in Zukunft mehr von „uns” geben wird und sich die Gesellschaft langsam aufspaltet in jene, die im Mainstream aufgehen und sich darin pudelwohl fühlen und im Gegensatz dazu jene, die sich aufgrund bestehender archaischer Gesetze, aufgrund mangelnder Zivilcourage der nicht Betroffenen oder auch aufgrund des Unverständnisses im heimischen Gesundheitswesens lieber in die Steinzeit zurückbefördern wollten anstatt noch länger in irgendeiner Form am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Leute werden sich mit Andauern des Status quo zuerst richtig hassen und wahrscheinlich irgendwann später mit Gewalt begegnen. Ich kann mir vorstellen, dass die Leute irgendwann damit anfangen, hysterisch aufeinander loszugehen, aufeinander einzuschlagen, ihre friedliebenden Ideale im Dauerfrust verwerfen, you name it.Vermehrt tragen Spitzenpolitiker ihren Teil dazu bei eine Spaltung der Gesellschaft herbeizuführen, wissend dass man für deren Interessen noch immer die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hätte. Der naivste Ansatz im Umgang mit den kontemporären politischen Strukturen wäre es auf die Sicherheit des Rechtsstaates oder gar auf bestehende Datenschutzbestimmungen zu vertrauen. Die Diskussion um Lockerungen der Datenschutzbestimmungen zur leichteren Verfolgung politischer Minderheiten steht regelmäßig im Raum und wird vor allem von konservativen Politikern regelmäßig gefordert. Es kann nur der Versuch sinnvoll sein als Einzelner noch strenger und noch disziplinierter mit Wissen aus dem Privatleben anderer umzugehen. Verschleiern Sie in Zukunft noch bewusster Erzählungen um Ihren Freundeskreis. Üben Sie wie Sie sich am besten zurücknehmen können, wenn sie über Leute aus Ihrem Bekanntenkreis sprechen. Nehmen Sie bewusst jene in Schutz, die sich wirklich nur mehr mit Schweigen zu helfen wissen. Der Ansatz noch selektiver bei der Wahl enger Freunde zu sein, ist heutzutage ein verständiger und welterfahrener, die Isolation und der regelmäßige Rückzug nur logisch und intelligent. Als wissbegieriger Sprachenlerner, als Translationswissenschaftler, als professioneller Sprachdienstleister, der unmöglich jemals die Klappe halten kann und ununterbrochen die Leute zu mehr Offenheit und Produktivität im Gespräch auffordert... Als jemand, der mit ständigem Reden und kontinuierlichen Dialog seine Brötchen verdient und jeden Tag auf”s neue versucht mithilfe der menschlichen Sprache den Ausweg aus menschlichen Krisen zu finden,... Als solcher bin auch ich jemand, der den eigenen Optimismus nicht mehr gutheißen kann, weil jener weltfern, somit nicht berechtigt ist und noch dazu nicht ansteckend wirkt. In der nahen Vergangenheit versuchte ich Tabuthemen aus meinem persönlichen Umfeld zu verschriftlichen, um damit kleine Ungereimtheiten innerhalb der mir vertrauten Subkultur sichtbar zu machen. Mir war bewusst, dass Leute in meinem Umkreis fürchten könnten, dass etwa qdie falschen Wahrheiten in die Öffentlichkeit gelangen könnten, würde ich über sensible Inhalte innerhalb einer Community berichten. Doch die Geschichten, die ich mir von der Seele schreiben wollte, handelten von Frauen, Freundschaften und Hassbeziehungen, die oft schon zwanzig Jahre zurücklagen und nicht im Entferntesten mit der Welt von heute im Zusammenhang stehen. Ich verwendete beim Schreiben dann trotzdem kompromisslos Fantasienamen, abstrahierte vor der Verschriftlichung Ortsangaben, vertauschte Jahreszahlen, machte, wenn die Geschichte nicht darunter leiden würde, aus Männchen Weibchen, aus Blondinen Glatzköpfe und aus jungen Leuten alte. Doch jedes Mal, wenn ich einfach nur die Geschichte erzählen wollte und sich Details unverblümt aus der unverzerrten Vergangenheit runtertippen ließen, wusste ich zwar, dass meine Verschriftlichungen bei aller Detailtreue nichts mit Verstößen gegen den Datenschutz zu tun hatten, aber rein theoretisch irgendwer meine Geschichten nutzen hätte können, um speziell mein Leben auszuspionieren. Meine mir selbst zugestandenen Privatgeschichten waren aber heute belanglose Geschichten über uralte Liebschaften und Kiffermädchen, die ich beim Badeurlaub in Italien kennenlernte. Der Vertrag wäre aber ein ganz anderer, ginge es um Leute aus meinem Umkreis, die bis zum heutigen Tag politisch verfolgt werden und die Isolation und den Rückzug aus der Gesellschaft als ihren Alltag verstehen. Konservative Parlamentsparteien fordern nach wie vor Lockerungen im Umgang mit sensiblen Telekommunikationsapps wie Signal und WhatsApp mit dem einzigen Ziel auf Verbrecherjagd zu gehen. Das Misstrauen wächst dadurch und die Hysterie innerhalb unserer längst gespaltenen Gesellschaft setzt sich fort. Beim Abstrahieren meiner verschriftlichten, alten Weibergeschichten war mir schon immer bewusst, dass ich nicht leicht in Konflikt mit Datenschutzbestimmungen geraten kann. Genau das sollte aber gerade beunruhigend wirken: Wenn ich etwa die Truestorys einer mir unbekannten Person als Novelle oder Roman verfassen würde, würde ich mich mit meiner Art Fakten zu verschleiern nie im Leben aufgrund bestehender Datenschutzbestimmungen strafbar machen, was Ihnen aber bis dahin als privat und unzugänglich erschien, könnte schnell die Runde machen und für Ihre Liebsten verheerende Folgen haben. Die tiefsitzenden Probleme, die uns als gespaltene Gesellschaft belasten, stehen im engen Zusammenhang mit unseren veralteten Gesetzen, die so absurd sind, dass sich niemand mehr daran orientieren kann. Der Demokrat wird zum Konsequentialisten; und mit der Fortführung der zu unrecht kriminalisierenden Gesetze kann sich der moderne Konsequentialist auf Dauer nur vom Establishment abwenden, der Rückzug in den sozialen Untergrund eine verständliche Entscheidung. Dort wo ich persönlich als sozial arbeitender Mensch ansetzen möchte,
braucht es für die Betroffenen eine Entkriminalisierung vor dem Gesetz
und einen Paradigmenwechsel im heimischen Gesundheitswesen. Die gängigen
Datenschutzbestimmungen tragen wenig zur Sicherheit von Menschen wie
mir bei, weil man im Spannungsfeld zwischen Subkultur und Mainstream
ohnehin schon nurmehr schweigt und sich aus dem Weg geht. Dafür braucht
es keinen Datenschutz, denn dazu braucht es zuerst mal Daten. Die haben wir nicht, wenn wir gezwungen sind alles heimlich zu machen. Die wollen wir auch nicht. Datenschutz...? Was für Daten überhaupt? |
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